Der 11. September 2001, und Milzbrand sind für Jedermann Begriffe des Terrorismus, doch alles spielte sich
so weit entfernt ab, dass man dachte so etwas würde in unserem Ort niemals passieren. Doch es kam anders als gedacht ! Die Finger des Terrorismus erstreckten sich bis nach Rheinhessen. Es war der 12.Oktober 2001, seit
ca. 14.00 Uhr waren im Ort die Martinshörner der Polizeiautos zu hören. Gegen 14.34 Uhr gingen die Funkemeldeempfänger der Feuerwehren Klein-Winternheim und Nieder-Olm auf. Alarmiert wurde
„ Verdächtiger Brief im HL-Markt Klein-Winternheim“. Das erste Fahrzeug das zum angegebenem Einsatzort ausrückte war das LF 8/6 der FF Klein-Winternheim. Vor Ort angekommen, sahen die Kameraden mehrere Einsatzfahrzeuge von Polizei und Kripo und bekamen nähere Informationen. Im HL-Markt war ein Brief mit
der Aufschrift „BIN LADEN“ und „KRIEG“ sowie pulvrigem Inhalt gefunden worden.
Während der Einsatzleiter Klein-Winternheim weitere Informationen einholte, trafen auch der MTW aus
Klein-Winternheim, sowie das LF 16/12 aus Nieder-Olm und der DKR-OV Nieder-Olm ein. Man beschloss den Umschlag unter Chemikalienschutzanzügen zu bergen. Was den Einsatz verzögerte war, dass ein luftdichter Behälter fehlte, da man ja keine Anthraxsporen freisetzen wollte. Also holte das DRK in der Bakteriologie der Uni-Klinik-Mainz einen geeigneten Behälter. Der Brief wurde dann unter Vollschutz geborgen und von der Polizei anschließend nach Mainz gebracht, von wo aus er nach Stuttgart in ein Labor geflogen wurde. Die Personen, die sich zur Zeit des Fundes im HL-Markt aufhielten, sowie 2 Polizisten, mussten 2 Stunden lang innerhalb der Absperrungen auf dem HL-Parkplatz warten. Sie wurden nach Aufnahme der Personalien, mit dem guten Rat erst einmal zu duschen, nach hause entlassen. Zwischenzeitlich waren an der Einsatzstelle auch der Leitende Notarzt des Kreises Mainz-Bingen, der zuständige Organisationsleiter, der Leiter des Mainzer Gesundheitsamtes und der Kreisfeuerwehrinspektor des Kreises Mainz-Bingen eingetroffen. Zusammen mit der Wehrleitung VG Nieder-Olm wurde beschlossen, das Ganze ab jetzt erst einmal wie einen ungefährlichen Einsatz zu behandeln. Die Sperrung wurde aufgehoben, die Polizei, das Rote Kreuz und die Feuerwehr Nieder-Olm rückten ab. Die Wehr aus Klein-Winternheim blieb vor Ort und säuberte die Stellen an denen der Brief gelegen hatte und kehrte gegen 19.15 Uhr ins Gerätehaus zurück. Am Sonntag den 14.10.2001 bestätigte sich dann der Verdacht der Einsatzleitung, in dem Umschlag waren keine Anthraxsporen, sondern ein ungefährliches Pulver.

Der letzte Großbrand in Klein-Winternheim, geschah im Anwesen Wassergasse 4.
Am Abend des 6.12.1999 brannte der Dachstuhl einer 3-stöckigen, 300m² großen Scheune.
Gegen 18.22 Uhr wurde der Brand von Anwohnern, der Feuerwehr gemeldet. Kurze Zeit später war die Klein-Winternheimer Wehr vor Ort. Der Löschangriff wurde direkt von zwei Seiten durchgeführt, die Gruppe des LF 8/6 löschte an der Vorderseite, das LF 16-TS und der MTW wurden vom Bandweidenweg her eingesetzt.
Da nach eintreffen an der Einsatzstelle nicht bekannt war ob sich Personen im Gebäude aufhalten, begann der Angriffstrupp des LF 8/6 mit der Personensuche. Wurde jedoch zum Glück nicht fündig.
Während der Angriffstrupp von da an den Brand von Innen bekämpfte, löschte der Wassertrupp vom Dach eines Nachbargebäudes aus, der Schlauchtrupp vom Parkplatz der Bank.
Der MTW stellte vom LF 16-TS, das am Wasserbehälter neben dem Sportplatz stand, eine mehr als 800m lange Schlauchleitung zur Wassergasse her, während die Gruppe des LF 16-TS den Brand über Steckleitern von der Rückseite aus bekämpfte. Aufgrund der Größe des Brandes und der engen Bebauung in der Wassergasse wurden die Wehren aus Nieder-Olm, Ober-Olm, Stadecken-Elsheim und Zornheim zur Unterstützung angefordert.
Die Wehr aus Nieder-Olm startete einen Löschangriff von der Pariserstraße, und die Drehleiter bezog auf der Rückseite des Gebäudes Stellung. Die Wehren aus Ober-Olm und Stadecken-Elsheim bauten eine zweite Wasserversorgung von Ober-Olm auf. Wurde ja schon öfters ausgeübt. Die Zornheimer waren mit ihrem LF vor Ort und unterstützte die Wehr aus Nieder-Olm. Gegen 20 Uhr war der Brand unter Kontrolle gebracht.
Durch den geballten Einsatz an Kräften konnte das Brandausmaß auf den vorgefundenen Dachstuhlbrand begrenzt werden.
Bei diesem Einsatz konnte die Klein-Winternheimer Wehr ihre Schlagkraft wieder einmal unter Beweis stellen.
Während der Brandbekämpfung wurde die Wehr noch einmal alarmiert, diesmal zu einem Wasserrohrbruch in einem Wohnhaus am Wingert. Unverzüglich wurde der MTW besetzt, mit den notwendigen Materialien beladen und zum Einsatzort geschickt. Nachdem eine geborstene Wasserleitung abgestellt worden war, das ausgetretene Wasser aufgenommen war, kehrte das Fahrzeug zum Brandstelle zurück.
Hier waren inzwischen die Wehren aus Ober-Olm, Stadecken-Elsheim und Zornheim abgezogen und nach hause geschickt worden. Nur die Nieder-Olmer blieben mit TLF und Drehleiter noch vor Ort um die Brandstelle von Oben her unter Kontrolle zu haben. Gegen 23 Uhr wurden die letzten Kräfte aus Nieder-Olm abgezogen. Von nun an stellte die Klein-Winternheimer Wehr mit 3 Fahrzeugen Brandwache bis am nächsten Morgen um 9.30 Uhr. Als die Fahrzeuge gegen 11.00 Uhr wieder Einsatzbereit waren, hieß es nun endlich Feierabend !
Doch kaum zuhause angekommen, wurde die Wehr erneut in die Wassergasse alarmiert. Der Grund war ein vom Wind entfachtes Glutnest im 1. Obergeschoss der Scheune, das dem vor Ort arbeitenden Kommisariatsleiter der Kripo aufgefallen war. Nach erfolgreicher Brandbekämpfung hieß es jetzt endlich Einsatzende.

Obwohl die Gerüchte in Klein-Winternheim aufkamen, dass es mit dem Löschwasser eng wurde, kann man die besorgten Mitbürger nur Beruhigen und sagen das es nicht so war. Die Feuerwehr geht immer auf Nummer sicher und deswegen wurde eine zweite Löschwasserstrecke von Ober- Olm aus hergestellt. Dieses gilt nicht nur für diesen Einsatz sondern lässt sich auf jeden davor statt gefundenen Einsatz zurück schließen.

Das Jahr 1998 war für die Feuerwehr Klein-Winternheim ein Jahr mit mehreren größeren Bränden, der Größte ereignete sich am frühen Morgen des 26.Juni. Gegen 3 Uhr wurde die Feuerwehr zu einem Hallenbrand in die Kreuzstraße gerufen. Hier brannte zum Zeitpunkt des Eintreffens eine 800m² große Halle in voller Ausdehnung.
Während die Mannschaften der 3 Einsatzfahrzeuge zeitgleich mehrere Löschangriffe auf das Gebäude durchführten, ließ der Wehrführer die Wehren aus Nieder-Olm, Ober-Olm und Stadecken-Elsheim nachalarmieren. Die Hauptaufgabe der Wehr war es, ein Wohnhaus, welches direkt an die Grundmauer der Halle gebaut ist vor den Flammen zu schützen. Während die Wehren aus Klein-Winternheim und Nieder-Olm den Brand bekämpften, stellten die Wehren aus Ober-Olm und Stadecken-Elsheim mit dem SW 2000 eine zusätzliche Wasserversorgung von Ober-Olm aus her.
Durch die gute Zusammenarbeit der Wehren, gelang es das Wohnhaus vor den Flammen zu bewahren, die ,hauptsächlich aus Holz und Wellblech bestehende, Maschinenhalle konnte jedoch nicht gehalten werden und brannte, inklusive der darin gelagerten Fahrzeuge, aus. Gegen 6 Uhr war der Einsatz für die Wehren aus Nieder-Olm, Ober-Olm und Stadecken-Elsheim vorbei, die Klein-Winternheimer stellten noch 9 Uhr Brandwache und beseitigten den, durch Löschwasser entstandenen, Wasserschaden im Keller des Wohnhauses.
Insgesamt waren 75 Wehrleute mit 8 Fahrzeugen im Einsatz und mehrer 100000 Liter Wasser wurden benötigt.
Nicht nur der Materialaufwand , auch der Materialverschleiß war hoch, zuerst fiel auf der Einsatzfahrt der Kompressor der „italienischen“ Druckluftfanfare aus, dann quittierte bei den Nachlöscharbeiten und dem Entfernen des Löschwassers der Stromerzeuger seinen Dienst und beim reinigen des Schlauchmaterials wurde der Mehrzweckanhänger beschädigt.


Ein lauter Schlag erschreckte am Freitag den 07.06.1996 die Anwohner des Gewerbegebiet „Am Berg“. Auf dem Gelände einer dort ansässigen Firma war gegen 15.43 Uhr einer von mehreren Schwefeldioxid-Behältern zerknallt, oder umgangsprachlich explodiert.
Entgegen dem Zeitungsartikel des nächsten Tages, wurde um 15.50 Uhr die Feuerwehr Klein-Winternheim alarmiert. Das LF 8/6 und der MTW waren nach circa 6.Minuten mit 13 Mann vor Ort.
Die Anwohner wurde mit Hilfe des MTW dazu aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Während die Besatzung des LF 8/6 die zerknallte Flasche barg, und die restlichen Behältnisse mit dem Schnellangriff und einem C-Rohr kühlte. Um die Schadstoffemission zu messen, ging der Angriffstrupp unter Atemschutz vor, konnte jedoch keine akute Gefährdung feststellen.
Damit war auch dieser Einsatz erfolgreich abgeschlossen, auf Wunsch des Firmeninhabers jedoch, blieb die Wehr noch bis 18.20 Uhr vor Ort und sicherte die übrigen Behälter.


Am 13.September 1991 kam es zu einem ungewöhnlichen Einsatz. An jenem Tag hörten mehrere Anwohner der Bahnstrecke Mainz -> Alzey lautes Getöse von der Bahnstrecke her. In der Annahme es handele sich um einen Zugunfall, alarmierten besorgte Anwohner die Feuerwehr. Als sich kurz nach der Sirenenalarmierung das erste Einsatzfahrzeug per Funk bei der Polizei Oppenheim meldete, wurde als Einsatzgrund ein entgleister Zug auf der Strecke zwischen Klein-Winternheim und Ober-Olm angegeben. Nach wenigen Minuten war die Wehr mit LF 16-TS, TLF 8/8 und TSF auf dem Weg zur Einsatzstelle. Als das erste Fahrzeug an der vermeintlichen Einsatzstelle angekommen war, stellte sich heraus, dass hier kein Zug entgleist war, man schloss daraus der Zug müsse weiter in Richtung Quellborn entgleist sein. Die Einsatzfahrzeuge fuhren daraufhin die Bahnstrecke in der Gemarkung ab, und fanden den Einsatzgrund im Bereich des Quellborns. Hier war ein Bautrupp der Bundesbahn tätig, der Lärm war jedoch nicht auf deren Arbeit zurückzuführen, sondern resultierte aus einem Schaden an einer ihrer Baumaschinen. Nach rund einer Stunde konnten die Einsatzkräfte dann ins Gerätehaus zurückkehren, glücklicherweise ohne Tätig werden zu müssen.